Folge 72 E-Autos auf Langstrecke, Donut Labs‘ Wunderakku Teil II und E-Kombis
Angesichts der aktuellen Energiepreise denken viele über einen Wechsel zum E-Auto nach. Wir besprechen, ob das elektrische Fahren auf der Autobahn wirklich so anstrengend ist, wie Skeptiker behaupten, oder ob die Verbrenner-Erleichterung nur eine Illusion ist. Außerdem geht es um die Suche nach dem perfekten elektrischen Kombi und die neusten fragwürdigen Kapriolen aus der Welt der Wunder-Batterien.
Sebastian sucht elektrische Kombis
Sebastian hat sich mit der dünn besiedelten Landschaft der elektrischen Kombis beschäftigt. Der Anlass: Eine befreundete Ärztin sucht einen Ersatz für ihre C-Klasse. Während Modelle wie der Taycan Sport Turismo oder der NIO ET5 Touring zwar schick sind, scheitern sie oft am Nutzwert oder dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Empfehlung fällt am Ende deutlich aus: Der VW ID.7 Tourer. Mit 605 Litern Kofferraumvolumen (115 Liter mehr als in der C-Klasse), ausgereifter Software und fairen Leasingkonditionen für Gewerbekunden ist er derzeit das Auto, mit dem man am glücklichsten wird.
Privat bereitet sich Sebastian derweil mit dem Hyundai Santa Fe auf seinen US-Umzug vor. Dank der „Weisheit des Landes“ – haben ist besser als brauchen – schluckt der Wagen beim Ausmisten des Hauses bis zu 2000 Liter Ladung, was – zusammen mit dem Hyundai Highway Driving Assist – den Abschied vom Tesla fast deprimierend einfach macht.

Donut Labs & die Kunst der Illusion
Clemens hat schlechte Nachrichten für alle, die auf den großen Durchbruch von Donut Labs gehofft hatten. Die neusten Testreihen zu den angeblichen Feststoff-Wunderakkus zeigen lediglich NMC-Pouchzellen, die mit 11C geladen werden – eine Leistung, die heutige Sport-Hybride wie der Porsche 911 T-Hybrid mit bis zu 36C längst übertreffen.
Viel spannender als die Technik ist jedoch das Gebaren der Firma: Es drängt sich der Verdacht eines absichtlichen Investitionsbetrugs auf. Clemens analysiert, warum dreiste Behauptungen und hübsche Grafiken oft mehr zählen als saubere Daten. In der Welt der „Investment-Influencer“ scheint plausible Abstreitbarkeit unnötig zu sein, solange man die „heiße Kartoffel“ rechtzeitig an den nächsten Unwissenden weiterreicht.

Hauptthema: E-Autos auf der Langstrecke
Das elektrische Fahren auf der Langstrecke ist heute weit weniger ein Abenteuer, als viele Skeptiker angesichts steigender Energiepreise vermuten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Zusammenspiel aus ordentlicher Ladeleistung und einem smarten Ladeplaner, der den mentalen Load übernimmt, indem er freie Säulen prüft und das Thermomanagement der Batterie vollautomatisch steuert. Besonders im Winter ist diese Vorkonditionierung essenziell, da ein kalter Akku die Ladezeit massiv verlängern würde; rechtzeitig gestartet, passt der Ladestopp von 10 auf 80% meist perfekt in die natürliche Pause für Kaffee oder den Restraum-Besuch.
Während die Infrastruktur in Deutschland mittlerweile flächendeckend und oft sogar besser als in den Niederlanden ausgebaut ist, sorgt die Mischkalkulation aus heimischem (PV-)Strom und öffentlichen Schnellladern für Betriebskosten, die in der Regel deutlich unter denen von Verbrennern liegen. Wer sich von extremen Edge-Cases wie der 1000-Kilometer-Bleifuß-Etappe verabschiedet, kommt dank moderner Technik am Ende nicht nur günstiger, sondern vor allem deutlich entspannter ans Ziel.

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Bilder: Sebastian Bauer, Hersteller

3 Gedanken zu „Folge 72 E-Autos auf Langstrecke, Donut Labs‘ Wunderakku Teil II und E-Kombis“
Wenn vorgeblich normale Leute sich einen 5er Touring mit dem Argument „Platz“ kaufen, kann ich nur den Kopf schütteln. Viel Spaß mit dem Wendekreis in der Tiefgarage.
Und wenn die Ärztin in ihrer wenigen Freizeit zur Landschaftsgärtnerin mutiert, machen sicher auch 1500 Liter Kofferraum sie nicht wesentlich glücklicher.
Ich empfehle der Dame unbekannterweise meinen guten alten E93er BMW.
Grenzenlos großer Kofferraum! Abwaschbare Sitze!
Damit habe ich gerade meinen Groß-Baumschnitt der versäumten letzten Jahre zum Recyclinghof gefahren, 19-mal insgesamt, mit bis zu 3 m langen Ästen am Stück.
Kostenfrei, weil jeweils nur eine Kofferraumladung. Und reihenweise Daumen hoch gekriegt.
Hallo, eine Erfahrung die ich jetzt schon ein paarmal beim Langstreckenfahren gemacht habe ist folgende: Batterie schön leer gefahren (ca. 10%) und auf die hohe Ladeleistung im unteren SOC gefreut. Mögliche Ladeleistung angezeigt im ID7: ca. 180 kW. Angestöpselt an 300 kW Ladesäule. Und dann kommt die Meldung: „Aufgrund eines parallelen Ladevorgangs wurde die Ladeleistung reduziert“. Dann halt nur mit 100 kW laden. Ist nicht dramatisch, aber halt doof. 🙂
7 Jahre Die Hupe, oder?Dankeschön für eure Mühe und die vielen kurzweiligen Episoden.
Frohe Feiertage!