Episoden
Eine Übersicht aller unserer bisher aufgezeichneten Episoden.

Der laut-starke Mobilitäts-Podcast zu Auto, Motorrad und mehr von und mit Sebastian Bauer und Clemens Gleich.
Ob mit zwei oder vier Rädern, autonom oder elektrisch. Clemens Gleich und Sebastian Bauer diskutieren Themen rund um Autos und Motorräder, die sie gerade bewegen. Mal ernst, mal zynisch.
Warum es immer weniger günstige Kleinwagen gibt, was die EU mit der neuen Fahrzeugklasse M1E dagegen tun will und ob das überhaupt etwas bringt
Sebastian und der Toyota Tacoma
Sebastian ist den Toyota Tacoma gefahren, den kompakteren Pickup-Bruder des hierzulande unbekannten Tundra, und auf einer eigenen, stärker auf den US-Markt zugeschnittenen Plattform inzwischen technisch komplett vom weltweit verkauften Hilux getrennt. Während der Hilux als klassisches Arbeitstier gilt, positioniert Toyota den Tacoma in den USA klar als Lifestyle- und Spaßfahrzeug fürs Wochenend-Overlanding, inklusive giftigem 2,4-Liter-Turbovierzylinder mit bis zu 300 PS und robuster Geländetechnik in den höheren Ausstattungen. Objektiv ein recht großes Auto, das sich im amerikanischen Alltag aber erstaunlich handlich anfühlt, ein Gefühl für Fahrzeuggrößen, das sich laut Sebastian nach einigen Monaten in den USA spürbar verschiebt. Nebenbei entspinnt sich ein kleiner Faible-Check: Sebastian liebäugelt inzwischen eher mit dem geschlossenen Schwestermodell 4Runner samt Dachzelt, um das viele freie BLM-Land zum Wildcampen zu nutzen, sehr zur Freude von Clemens, der die kulturelle Anpassung goutiert.
Clemens und der Peugeot E-5008
Der E-5008 Long Range ist mit rund 97 kWh netto Batterie eines der günstigsten Familienautos mit so viel Akku, hat bis zu sieben Sitze und verbrauchte im Test erstaunlich wenig für seine Größe. Die Software ist erwartbar eigen: Tacho und App brauchten teils Tage, bis sie liefen. Clemens nimmt das gelassen, schließlich muss man als Käufer nur einmal durch die Einrichtung, und der Rest des Autos überzeugt. Dass solche Macken längst nicht nur Peugeot betreffen, wird im Gespräch schnell klar.
Hauptthema: Kleinwagensterben und die EU-Klasse M1E
Wer vor ein paar Jahren einen Polo, Corsa, Fiat 500 oder Peugeot 208 gekauft hat, merkt es beim Blick auf die aktuelle Preisliste sofort: Die Basispreise sind seit 2018 teils um bis zu 50 Prozent gestiegen, und im Kleinstwagensegment haben sich Up, Fiesta, Aygo, Peugeot 108 und viele andere gleich ganz verabschiedet. Wir gehen den Ursachen nach: immer mehr EU-Pflichtsysteme von Notbremsassistent bis Cybersecurity-Management, die gerade bei kleinen Margen wehtun, CO2-Flottenregeln, die große und schwere Autos begünstigen, und eine Nachfrage, die sich zu größeren Autos verschiebt. Das Ergebnis ist ein Teufelskreis: Weniger Stückzahlen, höhere Preise, noch weniger Käufer.
Dagegen will die EU nun mit einer neuen Fahrzeugklasse „M1E“ vorgehen: rein elektrisch, maximal 4,20 Meter lang, mit Fertigung in Europa. Was ist da konkret geplant, worüber wird gestritten, und was bringt es wirklich? Clemens sieht vor allem Industriepolitik mit protektionistischem Beigeschmack, Sebastian eine nette Zusatzförderung für Autos, die ohnehin kommen. Dazu gibt’s einen Blick nach Japan, wo die Kei-Cars zeigen, wie ein radikal einfacher Ansatz aussehen kann, und die Frage, ob in der M1E nicht sogar elektrische Hot Hatches möglich wären.
